Hallo.
Ich habe in meinem Vorstellungsthread schon gesagt, dass ich mich sehr schwer mit "sowas" tue, dass ich eher hoffe, eine rationale und "normale" Erklärung zu erhalten, für das, was ich seit Jahren mit mir herumschleppe. Ich kriege dies nicht aus dem Kopf, es macht mir auch nach Jahren immer noch Angst und jagt mir Schauer über den Rücken. Denn ich finde und finde und finde einfach keine plausible Erklärung. Das löst in mir Unbehagen aus. Ich hoffe, ihr könnt mir dabei helfen, diese vier Situationen zu verstehen.
Ich fange mal chronologisch an, das ist das einfachste.
Situation 1:
Ich bin mit 16 Jahren im Haus meiner Eltern in den Keller gezogen. Wir hatten dort eine kleine 1-Zimmer Einliegerwohnung, die ungenutzt war. Ich fand es toll endlich mein eigenes Reich zu haben und liebte mein Zimmer. Den Keller hasste ich. Wie jedes Kind wohl

Als ich 17 Jahre alt war, gab es ein ziemliches Unwetter in unserer Gegend. Unser Keller lief voll mit Wasser. Alles war nass und das Wasser stand eine handbreit hoch. Die Wasserlinien kann man heute noch an den Holztüren sehen. Auch de Tür zu meinem Zimmer hat diese Linien. Doch mein Zimmer war staubtrocken. Das Wasser stand handbreit hoch im Flur und hatte sich nicht wie bei den anderen Zimmern unter der Tür durchgedrückt in mein Zimmer. Ich hatte seither Angst in meinem Zimmer.
Ich schlief schlecht, meine Nachtleuchte musste an sein, ohne Licht ging gar nicht. Irgendwann dachte ich mir, dass ich groß sei und alles normal sei, ich liebte doch mein Zimmer und knippste das Nachtlicht aus. Ich lag wach und schwitzte vor Angst. doch ich hielt es aus und redete mir gut zu.
Ich musste eingeschlafen sein, denn ich schreckte plötzlich hoch, weil ich ein Schlurfen auf dem holzboden gehört hatte. Als würde jemand eine Decke über den Boden ziehen. Ich machte das Licht an und rannte panisch nach oben zu meinen Eltern. Als ich mit meinen Eltern zurück in mein Zimmer ging (Mein Vater vermutete eine Maus), sah meine Mutter, dass mein großer Teddy, der immer auf dem Boden neben meinem Bett saß, in der anderen Ecke des Raumes saß.
Ich habe ständig überlegt, ob ich den wohl dorthin gesetzt hatte am Tag zuvor. Aber ich kann mich daran nicht erinnern, denke mir aber, dass es so wohl gewesen sein muss. Dennoch lässt mich das nicht mehr los. Ich habe die nächsten drei Jahre nur mit Licht geschlafen und soetwas nicht mehr erlebt.
Situation 2:
Mit 20 Jahren habe ich mit dem Studium begonnen und wohnte in einer schnuckeligen kleinen Studentenbude in einem Studentenhaus. Zwei Wohnungen neben mir wohnte eine Kommilitonin von mir, mit der ich mich angefreundet hatte.
Eines Nachts träumte ich sehr seltsam. Ich schwebte im Traum unter der Zimmerdecke und betrachtete mein Zimmer von oben. Dort standen zwei Personen neben meinem Bett, die sich wild gestikulierend unterhielten. Ich konnte sie nicht hören und auch nicht erkennen. Sie hatten nur Umrisse und keine Gesichter. Ich hab mich aber wohl gefühlt im Traum und schaute mir das alles nur an. Die Personen gingen näher an mein Bett und schauten darauf. Ich hab mich im Traum dann gar nicht mehr wohl gefühlt und spürte, dass die beiden sich stritten, sie waren in irgendetwas nicht einer Meinung. Plötzlich war ich wieder in meinem Bett, schwebte nicht mehr und der überdimensionale Kopf meiner Freundin (die in der Nachbarwohung lebte) raste auf mich zu. Der Kopf schrie "Wach auf! Wach auf! Merkst du nicht, dass jemand in deinem Zimmer war?" Ich wachte auf, zitterte und hatte wieder das Gefühl, dass ich meine Wohnung nicht mehr leiden mag. Ähnlich wie bei meinem Zimmer bei meinen Eltern. Es war mitten in der Nacht, aber ich rief dennoch meine Freundin an..ich musste das erzählen. Meine Freundin ging sofort ans Telefon und sagte "ich wollte gerade zu dir. Ist alles ok bei dir?" Ich erzählte ihr von meinem Traum und sie sagte nur:" Ich weiß. Das war ich. Gut, dass du wach bist. Soll ich heute bei dir schlafen?" Wir haben nie wieder darüber gesprochen. Ich wollte darüber nicht reden. Aber vergessen kann ich das nicht. Ich grusel mich immer noch, wenn ich daran denke.
Situation 3:
Wir wollten eine WG gründen. Wir (besagte freundin und ich) hatten heraus gefunden, dass unser Vermieter in unsere Wohungen ging, wenn wir nicht da waren. Er kontrollierte Sauberkeit und ob wir die Heizung runterdrehen, wenn wir nicht da sind. Er gab das sogar zu. Also raus da. Wir suchten und fanden einfach keine Wohnung, die wg-tauglich war.
Dann haben wir eine Wohnung gefunden. In einem Altbau, sehr nette Vermieter, die auch in dem Haus lebten. Pädagogen, alternativ eingestellt, etwas schräg

, aber unglaublich nett. Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt. Meine Mitbewohnerin fuhr am Wochenende zu ihren eltern, ich war in der Wohnung allein. Ich habe gelernt für eine Prüfung. Irgendwann knackten die Dielen im Eingangsbereich. ich schaute nach und sah nichts. War das Holz, dachte ich. Also weitergelernt. Meine Mitbewohnerin rief an. Sie sei gut gelandet und ich soll doch bitte nicht vergessen, die Haustür und meine Tür zu verschließen. Man wisse ja nie. Ich bin doch kein Baby, dachte ich, und habe mich etwas über sie lustig gemacht. Ich solle es aber bitte dennoch machen, sagte sie. Als ich schlafen ging, verschloß ich alle Türen und schlief schnell ein. Ich wachte in der Nacht auf, weil das Knacken aus dem Flur wieder da war. Sehr laut und vor allem stetig. Es hörte sich an als hätte man Holz im Kamin angezündet. Ich schaute in den Flur hinaus, da war das Knacken weg. Als ich mich wieder hinlegte, klingelte mein Telefon. Meine Mitbewohnerin war dran. "Alles ok bei dir?" Ich sagte ihr, dass das Holz so arg knackte und ob sie das auch schon mal gehört hat. Sie sagte nur, dass ich mir keine Gedanken machen soll, sie würde dafür sorgen, dass das nicht mehr passiert. Ich habe danach auch nie wieder das Knacken gehört. Ich denke, dass sie vielleicht mit dem vermieter gesprochen hat und das Holz geölt oder sonstwie behandelt wurde.
Situation 4:
Lange ist nichts, rein gar nichts, seltsames passiert.
Ich bin jetzt 33 Jahre alt und bin vor 2 Jahren Mutter geworden.
Mein Sohn hat mit 8 Wochen bereits friedlich durchgeschlafen, war (bzw. ist

) generell ein liebes und ausgeglichenes Kind. Mit 14 Monaten fingen die schrecklichsten Nächte an, die wir mit ihm durch haben.
Mein Sohn litt am Parvor nocturnus ("Nachtschreck"). Die Kinderärztin sagte, dass es normal sei, solange es 1-2 Mal in der Woche vorkommt. Mein Sohn litt jede Nacht darunter. Er schläft seit dem 5. Monat in seinem Bettchen in seinem Zimmer. Bisher ohne Probleme.
Eines Nachts geriet ich als Mutter an meine Grenze. Ich hatte Panik um meinen Sohn. Mein Sohn schrie wieder. Pünktlich auf die Minute wie jede Nacht um 01:00 Uhr. Man konnte die Uhr danach stellen. +- 10 Minuten.
Er schrie um sein Leben, so hörte es sich an. Gellend und voller Panik. Er lief um die Mundwinkel herum blau an, hatte die Augen weit aufgerissen und ließ sich weder anfassen, noch beruhigen. Ich wollte ihn hochnehmen, er schlug um sich, schrie "Nein! Nein!" mein Mann durfte ihm auch nicht zu nah kommen. Mein Sohn kletterte, bzw. fiel vielmehr, aus seinem Bett, krabbelte hektisch in eine Ecke des Zimmers, räumte mit einer Mordskraft eine Kiste zur Seite und stellte sich mit dem gesicht zur Wand in die Ecke. Dort schrie er weiter. Ich saß neben ihm und weinte. Ich war so hilflos. Ich wollte mein Kind beruhigen, doch er verweigerte jeden Kontakt. Ich rief meine Mutter an...ob sie Rat wüsste. Meine Mutter wollte zu uns fahren, sie ist Krankenschwester, wollte helfen. Ich diskutierte inzwischen mit meinem Mann, der nur dumm rumstand, ob wir in die klinik fahren. Ich hatte Angst, es sei irgendein Anfall. Mein Sohn schrie weiter. Er schwitzte stark und seine Ärmchen zitterten, weil er sie so verspannte. Wenn ich heute daran denke, treibt es mir immer noch die Tränen in die Augen. Dem Kind nicht helfen zu können in so einer Situation, war das Schlimmste, was ich bisher erlebt habe. Nach einer Stunde - meine Mutter war inzwischen da und wusste auch keinen rat - drehte sich mein Sohn zu mir um. Er sah mich an und ich konnte in seinen Augen sehen, dass er wieder "da" war. Er erkannte mich, sagte "Mama! Da!" und zeigte auf das Fenster. Mein Mann machte das Fenster auf, weil mein Sohn eigentlich immer, wenn er frische Luft haben will, auf ein Fenster zeigt. Und als das Fenster offen war, atmete mein Sohn tief ein, fiel mir in die Arme, schluchzte noch ein wenig und schlief dann schnell ein. Ich habe ihn dann bei uns schlafen lassen.
5 Monate hatten wir den Nachtschreck bei uns. jede nacht. Und immer hat es geholfen das Fenster zu öffnen. Da es in den Wintermonaten war, konnten wir das fenster nicht die ganze Nacht auf lassen, das wäre zu kalt gewesen, aber wir haben jedes Mal, wenn mein Sohn schrie, das Fenster geöffnet und jedes Mal hatte es den Effekt, dass mein Sohn wieder zur Ruhe kam.
So schnell wie der Nachtschreck kam, so schnell war er wieder weg. Jetzt schläft er super, jedoch nur mit Licht. So wie ich früher und so wie viele andere Kinder auch. Es ist wohl normal. Das Licht (ein kleines Nachtlicht) muss die ganze Nacht brennen, sonst wird mein Sohn sofort mit dem KLick des Lichtschalters wach - egal wie tief er schläft - und schreit "Nein! Anlassen!". Ist es abends dunkel in seinem Zimmer, betritt er das Zimmer erst, wenn das Licht an ist. Ist das einfach kindliche Fantasie wie man es kennt?
Langer Text, tut mir leid.
Ich danke euch jetzt schon einmal für eure Geduld beim Lesen und die Antworten. Wie kann cih das alles rational erklären? Ich hoffe ihr habt da mehr Ideen als ich all die Jahre.
Liebe Grüße,
Caren